Elternsein: Was passiert, wenn wir mal “Ja” statt “Nein” sagen

Elternsein, follow the child und von der Kommunikation mit Kindern. Ganzer Text auf: www.chezmamapoule.com

Heute im Tram. Ich müde, Tochter nicht. Will laufen.

Ich: “Hör mal am Hauptbahnhof wird es voll Leute sein und da bin ich froh, wenn ihr beide im Veloanhänger bleibt, das ist sicherer und wir kommen schneller durchs Gewusel.”

Tochter: “Ich hab eine gute Idee! Lass uns eine Station vorher aussteigen und gemeinsam über die Brücke zum Bahnhof laufen?”

Ich denke: “Oh nein! Aber warum eigentlich nicht..”

Und sage: “Ok, guter Kompromiss. Und am Bahnhof steigst Du dann wieder in den Veloanhänger?”

Tochter: “Jaaa!”

Wir also im Schneckentempo über die Bahnhofbrücke, anhalten wegen jeder Ente, meine Geduld definitiv am reissen. Zum Glück, nahte der Bahnhof, gleich kann ich die Kinder im Veloanhänger zum Gleis hieven. Da reisst meine Tochter so richtig fest an meinem Arm: “Dort, dort!” Aufregung pur. Ich also den Veloanhänger mit der Jüngsten in der einen Hand, die Grosse an der anderen, im Rückwärtsgang um das “Dort, dort!“ zu sehen.

Und da stand es. Das Karussell an der Gemüsebrücke. Das Rösslirytschuel-Karussell, das nur Anfang Herbst dort steht. Und das Karussell auf dem ich zum letzten Mal mit ihr drauf war, als ihre kleine Schwester noch in meinem Bauch war. Und obwohl ich so sehr nach Hause wollte, dachte ich, jetzt mach mal was ganz anderes. Ich ging in die Hocke, sah ihr in die Augen und sagte voller Aufregung: „Meine Kleine! Du hast das Karussell entdeckt! Und jetzt gehen wir aber schleunigst dorthin, oder? Los! Zum Glück hast Du es entdeckt!“ Ihr hättet diese Augen sehen sollen. Diese schiere Zufriedenheit, Glück und Überraschung zugleich.

Wir drehten zu Dritt ein paar Runden auf dem Karussell und es war einfach nur schön. Wir kamen eine Stunde später als geplant nach Hause, na und?

Und wisst ihr was? Ich habe mir vorgenommen, meinen Kindern immer wieder eine extra Stunde zu schenken. Ihnen die Führung überlassen. Auch wenn ich oft gestresst bin und nicht auf ihre vielen Wünsche eingehen kann. Und unser Alltag immer hektischer wird, weil wir dort noch diesen Termin haben, hier noch jenes erledigen müssen. Diese kleinen Momente machen es aus.

PS: Wer ganz genau hinsieht, entdeckt hinter der Brücke das blau-weisse Dach unseres Karussells.

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Elternsein, follow the child und von der Kommunikation mit Kindern. Ganzer Text auf: www.chezmamapoule.com

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Vielen Dank <3

Ellen Girod
Ellen Girod ist eine freie Journalistin und Mutter. Sie fühlt sich geschmeichelt, wenn man sie als "Gluggere" bezeichnet.

5 Kommentare

  1. Ein toller Tag den deine Tochter nie vergessen wird, sind es doch die Kleinigkeiten und die Zeit zusammen…die Kinder brauchen und an die man sich erinnert. Werde ich versuchen auch meiner Tochter zu schenken! Zeit und Aufmerksamkeit.

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