Kinder und Umwelt: Sieben Spiel-Ideen für den Wald mit Kindern

Wer die Bäume nicht kennt, behandelt alle wie Feuerholz. Deshalb gehen wir mit den Kindern in den Wald. Und nehmen euch mit!

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Mit unseren sieben Spielideen für den Wald mit Kindern bringen wir ihnen die Umwelt näher. 

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Meine Töchter erinnern mich immer wieder an die Frage: Kämpfe ich genug gegen den Klimawandel? Ich versuche meinen Beitrag zu leisten: Ich bin in den letzten sieben Jahren nicht geflogen. (Gut, primär ist das meinem Ehemann zu verdanken, aber dennoch find ich das ziemlich stark von mir.) Ich habe nur während vier Jahren meines 33-jährigen Lebens Fleischprodukte gegessen. Wir leben in einer Wohnung nach dem Minergie-Baustandard, verwenden Solarstrom. Ich fahre Velo und schiebe den Kinderwagen durch die überfüllten ÖVs. Wir sind also nicht nur LOHAS, sondern schon fast richtige Ökos.

Und unsere Wochenenden? Die verbringen wir am liebsten im Wald. Hier räumt kein Mensch auf, hier greift niemand ein. Hier ist alles mit allem verbunden, durchkreuzt sich, ändert sich, eines in das andere. Der Wald bietet uns Erholung und lässt uns frischeste Luft atmen. Er bietet Lebensraum für Pilze, Insekten und Vögel. Seine Bäume produzieren Sauerstoff, reinigen die Luft, nehmen das CO2 auf und schützen unser Klima. CO2, a.k.a. Treibhausgas, das zum Beispiel aus dem Flugzeug freigesetzt wird, während wir in die Malediven fliegen. CO2 das unter anderem dafür zuständig ist, dass die Eisberge in der Arktis schmelzen.

Mit all dem Bewusstsein möchte ich meine Kinder aber nicht indoktrinieren. Ich bin überzeugt: Wer die Natur kennt, wird sie auch aus eigenem Antrieb schützen wollen. Auch deshalb gehe ich mit meinen in der Stadt aufwachsenden Töchtern, gerne in den Wald. Für euch habe ich sieben unserer liebsten Spielideen im Wald aufgeschrieben.

Nun machen wir uns auf den Weg. Und nehmen euch mit!

Ideen für den Wald mit Kindern: #1 Nichts tun.

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Meine Tochter gibt den Weg und das Tempo vor. Wenn es ihr danach ist, bleibt sie stehen, sitzt auf dem Waldboden ab, tut nichts oder wirft gedankenverloren Steine in eine Waldpfütze. In ihrem Tempo, nach ihrem Interesse. Ich lasse los, lasse sie einfach machen. Ohne ein “Pass auf!”, ohne einzugreifen. Was mir mit ein bisschen Übung immer besser gelingt. Und nebenbei schalte ich selber enorm ab.

#2 Den Wald hören.

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Achtsamkeit übe ich selber am besten, in dem ich die Augen schliesse und einfach lausche. In der Natur fällt es mir viel einfacher als im Stadt-Trubel. Wenn wir an einem Wasserfall vorbeigehen, schliesse ich die Augen und frage meine Tochter, ob sie es mir nachmachen mag. Dann frage ich sie, was sie hört. Was auch gut geht: Waldmusik machen. Auch hier brauche ich nicht viel zu animieren, sondern mein Kind gut beobachten und einfach machen lassen. Blätter, Holz, Steine werden gegeneinander geklopft, gerieben und fallen gelassen. Welche Töne entstehen dabei?

#3 Den Wald beobachten.

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Eins der einfachsten Spielideen im Wald ist bei uns das Farbensuchen: „Ich seh etwas und das ist grün!“ nun darf meine Tochter erraten, was es ist. Eine andere Möglichkeit dem Kind das Beobachten schmackhaft zu machen: Eine Lupe mitnehmen und verschiedene Lebewesen entdecken und studieren.

 #4 Im Wald nach Schätzen suchen.

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Eine Abwandlung des Farbenspiels ist die Schatzsuche im Wald. Wer findet zuerst eine Feder? Ich seh einen Tannenzapfen, siehst Du ihn auch? In einer kleinen Tasche nehmen wir die Naturschätze mit nach Hause. Ganz kleinen Kindern kann man mittels Karten beim Einordnen helfen. Das Kind sucht Steine, Holz oder Tannenzapfen und legt es zur entsprechenden Karte. Einige Druckvorlagen zu Spielideen im Wald habe ich hier für euch recherchiert:

#5 Im Wald essen.

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Was gibt es Schöneres, als sich einen gemütlichen Platz zum Brötlen einzurichten? Heissgeliebt sind bei uns derzeit Schlangenbrot (Pizza- oder Blätterteigstreifen um einen Ast wickeln und über dem Feuer backen) und Schoggi-Bananen (nicht allzu reife Bananen aufschlitzen, Schockostückchen reinstecken und -ohne Alufolie – direkt in die Glut des Lagerfeuers legen).

#6 Den Wald fühlen. 

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Ist das Moos glitschig oder feucht? Die Baumrinde glatt oder rau? Auch eine witzige Möglichkeit, aber eher für ältere Kleinkinder: Walddinge durchs Fühlen erraten. Mit geschlossenen Augen ertastet das Kind einen Gegenstand und errät was es ist.

#7 Den Wald riechen.

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Wie riecht Holz? Wie Moos? Und wie ein zwischen den Fingern verriebenes Bärlauch-Blatt? Vielleicht wird so ihre Kindheit riechen..  

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Bilder: © Ellen Girod

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Vielen Dank <3

Mehr zum Thema Spielideen im Wald:

 

***Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Kampagne #forgenerationstocome “Schütze die Welt, in die unsere Kinder geboren werden” des WWF Schweiz. 

Ellen Girod
Ellen Girod ist eine freie Journalistin und Mutter. Sie fühlt sich geschmeichelt, wenn man sie als "Gluggere" bezeichnet. Daher auch der Name dieses Blogs.

10 Kommentare

  1. Wald ist so wichtig und soo erholsam! Wir kommen auch aus einer sehr bewaldeten Gegend und genießen jede Minute im Wald.
    Du schreibst aber “Hier räumt kein Mensch auf, hier greift niemand ein.” Ich denke zwar, ich weiß wie Du das eigentlich meinst, aber genau genommen hat das mit unseren Wäldern in Deutschland leider wenig zu tun. Wir haben es hier nur noch mit “Forst” statt “Wald” zu tun, Also eine Monokultur zur Holzproduktion. Ich stelle immer mehr fest, wie große Flächen gerodet werden und durch die großen Harvester plattgewalzt. Von naturnaher Aufforstung sehe ich nichts. Unser Wald ist oft dazu überlaufen von Spaziergängern und gar nicht mehr so einsam und naturbelassen wie das früher wohl mal war. (Zumindest in meiner Erinnerung)

    Aber ich wollte hier gar nicht so negativ schreiben. Danke für Deinen schönen Artikel! Er hat mich inspiriert wieder mehr in den Wald zu gehen und ein paar entlegene Fleckchen zu suchen, 😉
    Ich hoffe Du hast das Glück ein Stück Urwald in Deiner Nähe zu haben!
    Viele Grüße
    Nancy

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