Zwölf Dinge für ein stressfreies Wochenbett mit zweitem Kind

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Calendula-Essenz für Babys Bauchnabel, hotdoggrosse Wochenbettbinden (ohne Plastikbeschichtung), Bio-Mandelöl fürs Baby, Lanolin-Salbe für die Brustwarzen (die von Ardo ist übrigens einiges besser, da geschmeidiger als die von Medela) und ein Digitalthermometer mit flexibler Spitze kennen wir ja schon aus dem ersten Wochenbett. Hier kommen Momhacks aus dem zweiten Wochenbett. 

Es gibt sehr viele Dinge, die werdende Eltern besser nicht kaufen sollen. Sehr. Viele. Minimalismus ist grossartig und ich übe mich täglich darin, unser Zuhause nicht voll zu kramen. Dennoch gab es ein paar Gegenstände, die mir das zweite Wochenbett ungemein erleichterten. Denn gerade als zweifache Mutter änderte sich für mich vieles. Entsprechend anders war das zweite Wochenbett. Mein Partner hatte sich nach der Geburt um unsere grosse Tochter gekümmert, ich mich um das Baby. Um diese intensive Zeit zu vereinfachen, mussten kreative Ideen her.

Als mich kürzlich eine Freundin fragte, was sie sich fürs Wochenbett organisieren soll, fielen mir ein Haufen Dinge ein, auf die ich erst im zweiten Wochenbett gekommen bin. Und die mir tatsächlich einiges abgenommen haben. Hier kommt diese Liste auch für euch.

Stressfreies Wochenbett mit zweitem Kind

#1 Grosse Trinkflasche

Kennt ihr Stillbrand? Das ist dieses unglaubliche Durstgefühl, das mit dem Milchspendereflex ausgelöst wird. Es fühlt sich ungefähr so an, als hätte man seit drei Wochen nichts getrunken. Wirklich. Im Bett jedes mal aufsitzen, um ein Glas aufzufüllen, war mühsam. Meinen Mann alle paar Minuten rufen auch. Deshalb wurde meine Trinkflasche aus Edelstahl zur treuen Begleiterin.

#2 Federwiege a.k.a. Dondolo

Fürs erste Wochenbett besorgte ich mir eins dieser süssen Beistellbettchen. Es diente uns dann als ein grosser, schöner Wäschekorb. Weil: Das Baby wollte auf mir sein. Nicht auf einer Matratze in irgendeinem Babybettchen. Im zweiten Wochenbett war ich schläuer: Und mietete eine Babyhängematte. Ich wusste ja nicht im Vorfeld, wie meine Tochter drauf reagieren würde. Sie liebte das Schaukeln und ich bekam dadurch tatsächlich ein paar ruhige Momente. Wir mieteten übrigens auch einen dieser unsäglich grossen Ständer dazu, weil die Türrahmen-Einklemm-Variante uns zu umständlich und irgendwie riskant war. Die Federwiege wird von Hebammen und Ärzten empfohlen und es gibt sie u.a. hier oder hier zum mieten oder hier zu kaufen. Oder noch besser: Fragt in eurem Freundeskreis, vielleicht haben ja Freunde von Freunden eine Federwiege im Keller rumliegen.

#3 Kolostrum-Spritzen

Diesen unüblichen Tipp gab mir eine Hebamme im Paracelsus-Spital und ich war enorm dankbar dafür. Ich hatte schon während der Schwangerschaft etwas Kolostrum und begann diesen ab der 37. Woche auszustreichen und in kleinen (2-5ml) Spritzen einzufrieren. So konnte ich eine kleine Kühltasche voll Kolostrum-Spritzen und Ice-Packs mit ins Spital nehmen und wusste, dass ich meine Tochter notfalls mit meinem Kolostrum (statt Pulvermilch oder Gluckose) zufüttern könnte. In den allermeisten Fällen ist Zufüttern übrigens nicht notwendig, daher sollte dieser Schritt unbedingt von einer ICBLC oder LLL-Stillberaterin begleitet werden.

#4 Bonding-Top

Von dieser Erfindung habe ich ein paar Tage vor der Geburt erfahren. Als klar wurde, dass ich per Kaiserschnitt entbinden werde. Und die 35 Franken für ein Stück Stoff haben sich wirklich sehr gelohnt. Erstens weil ich wollte, dass meine Tochter noch im OPS auf meinen Oberkörper gelegt wird. So konnte ich sie ganz nahe bei mir haben, während ich genäht wurde. Und als meine neugeborne Tochter auf meiner Brust lag, wurde sie durch das Top ein wenig gestützt und umgehüllt. (Zusätzlich wurde ich von einer Hebamme betreut, die warme Tüchter auf meine Tochter legte, denn im OPS ist es sehr kalt.) Zweitens diente mir das Top später als ein Art Mini-Tragetuch im Wochenbett. Beim Büchlein lesen mit der Grossen, hatte ich dadurch eine halbe freie Hand, ohne mich sorgen zu müssen, dass das Baby auf die Seite rutscht. Wenn ich am Esstisch stillte, diente das Top als zusätzlicher Halt. Keinesfalls hat man dank dem Top freie Hände, wie es mit einem üblichen Tragetuch der Fall wäre, aber es bietet eine zusätzliche, angenehme Stütze. Die ausserdem unglaublich gut riecht, denn das Neugeborene tränkt es von Anfang an mit seinem Geruch voll. Entsprechend habe ich mein Bonding-Top erst wieder gewaschen, als meine Tochter drei Monate alt war.

Bestellen könnt ihr solche Bonding-Tops (auch Sectio-Top genannt) auf Amazon, bei Hoppediz oder ihr lässt euch eins schneidern, nach eurem Mass und in eurer Lieblingsfarbe. Ach ja, viele Spitäler verfügen über solche Bonding-Tops extra für Kaiserschnitte, fragt am besten eure Hebamme. Ich habe mein Bonding-Top damals bei Monika Di Benedetto von Geburtsweg.ch bestellt und war mehr als zufrieden. An dieser Stelle: Danke nochmals, liebe Monika für die ultraschnelle Zustellung und Dein Verständnis damals!

#5 Edles und bequemes Pyjama (mit Knöpfen)

In den ersten Tagen nach der Geburt fühlte ich mich oft leer, hüllenlos, schutzlos. Mich in ein schönes und bequemes Pyjama zu hüllen, gab mir ein klein wenig Geborgenheit, die ich im Wochenbett so notwendig hatte. Wichtig fürs Stillen: Das Oberteil sollte mit Knöpfen sein oder über einen entsprechenden Ausschnitt verfügen.

#6 Pipette für Hautfalten

Ich weiss noch, als meine erste Tochter so um die fünf Wochen alt war, fragte mich eine Freundin, ob ich ihr schon mal hinter die Ohren geschaut habe. Auweia! Mein erstes öffentliches Mom-Fail war somit vollzogen. Im zweiten Wochenbett kaufte ich mir eine kleine Pipettenflasche in der Apotheke und füllte diese mit Bio-Mandelöl. So konnte ich ganz entspannt beim Stillen und Schmusen die Hautfalten (in den Achselhöhlen, Hals und Oberschenkeli tendieren ohne Öl zum Wundsein), hinter den Ohrmuscheln und Nägel des Babys mit Öltropfen aus der Pipette massieren. Hebammen-Tipp Nr. 1: Nägel mit Öl zu massieren, erspart das Nägelschneiden, denn die Nägel weichen sich auf und blättern ab, ich habe meinen Kindern erst so mit 12 Monaten erstmals die Nägel geschnitten. Hebammen-Tipp Nr.2: Faltenpflege geht auch mit Muttermilch. Einfach etwas auf die Finger oder direkt drauf spritzen und einmassieren.

#7 Kindle-App mit Nachtfunktion

Und dazu vielleicht gleich noch ein Netflix-Abo. Denn im Wochenbett ist Dauerstillen angesagt. Und da ich mir zeitgleich mit dem Wochenbett einen Digital Detox verschrieb, auf dem Smartphone lesen aber dennoch (z.B. beim Stillen im Liegen) bequemer fand, habe ich mir ein paar tolle Bücher (z.B. dieses hier und dieses hier) auf meine Kindle-App geladen. Das Gute an der Kindle-App im Vergleich zum Kindle-Gerät: In der Nacht kann man das Smartphone in den Nachtmodus stellen und auf der Kindle-App die Nachtfunktion wählen, so stört sich das Baby weder an den WLAN-Wellen noch am Handylicht. Und die leuchtenden Worte auf dunklem Bildschirm sind dennoch angenehm zum lesen.

#8 Bouillon

Im Wochenbett mit zweitem Kind habe ich meinen Freunden und Familie eine Besuchssperre erteilt. Ich wollte diese erste, einmalige Zeit bewusst erleben. Als Familie zu viert ankommen. Ohne Gewusel, ohne Aufregung um das neue Baby. Die wenigsten sind sich bewusst, welch enormen Hormonschwankungen Frauen im Wochenbett ausgesetzt sind. Und ich brauchte in dieser unvergesslichen, intensiven und zugleich auch extrem traurigen Zeit ganz dringend meine Ruhe.

Entsprechend fehlte uns vorgekochtes und tiefgefrorenes Essen, das uns der Besuch im ersten Wochenbett mitbrachte. Beim Verlassen des Spitals umarmte mich meine wunderbare Hebamme und gab mir einen grossartigen, weil simplen Tipp: Haferflocken in Gemüsebrühe anrühren. Das ergibt eine ultraschnelle, einfache, warme und vor allem (!) kräftigende Mahlzeit. Und wenn man Knorrs Natürlich Fein Gemüsebouillonwürfel nimmt, wird es obendrauf noch gesund: Deren Bouillon ist frei von zusätzlichen Geschmacksverstärker, Aromen oder künstlichen Inhaltsstoffen. Das Gericht nennt sich “Haferschleimsuppe” und wird hier auch heute noch gerne gegessen.

#9 Alufreies Deo

Das mit dem Aluminium und den Deos, gehört in die Kategorie “Gedanken die ich mir mache, seit ich Mutter bin”. Denn was mich im ersten Wochenbett sehr störte: Meine Tochter lag mit ihrem Kopf oft sehr nahe bzw. direkt in meiner Achselhöhle. Ganz nahe meiner alu-belasteten Deo-Haut also. Ich probierte mich durch das ganze Alufrei-Deo-Sortiment meiner Apotheke durch und stiess per Zufall auf das Ponyhütchen-Deo im Still-Shop der La Leche League. Seither habe ich nie was anderes benutzt. Einerseits weil der Deo wirklich nach rein gar nichts riecht und ich seit meiner ersten Schwangerschaft für Parfum nicht mehr zu haben bin. Und andererseits, weil es die Deo-Zwecke wirklich mehr als erfüllt. Zugegeben die erste Woche war etwas gewöhnungsbedürftig (frau schmiert sich das Deo mit den Fingern in die Achselhöhle) und mein Körper musste sich erst an das alufreie Deo gewöhnen. Nach ein paar Tagen blieb ich aber trocken und komplett geruchsfrei unter den Armen. Auch meine (kinderlosen) Freundinnen sind von diesem Deo begeistert. Wer noch nicht überzeugt ist: Die Deos sind swissmade & vegan. Nichts wie bestellen.

#10 Vibrator

Den wirklich abgefahrensten Tipp fürs Wochenbett, erhielt ich in einer meiner Lieblings-Gruppen “Stillen Schweiz“: Vibrator gegen Milchstau! Nein, nicht um mittels Oxytocin die Milchproduktion anzuregen, sondern mehr dank dem Technischen. Und zwar: Anstatt selber das Knötchen während des Stillens zu massieren, hält man einfach das vibrierende Teil dagegen. Try it. Ich bin begeistert. Soll übrigens auch mit einer elektrischen Zahnbürste funktionieren. Ausserdem natürlich: Den Grund für den Milchstau mit der Stillberaterin abklären.

#11 Infrarot-Lampe

Ebenfalls hilfreich gegen Milchstau ist Infrarot-Licht. Diesen Tipp bekam ich noch vor der Geburt von einer ICBLC-Stillberaterin. Als Milchstau-Geplagte im Wochenbett war es sehr anstrengend, alle paar Minuten kleine Lavetten mit heissem Wasser zu tränken oder Hot-Packs aufzukochen und diese auf die verhärteten Stellen aufzulegen. Ich setzte mich lieber vor die Infrarot-Lampe. Diese löste zwar den Milchstau nicht von Zauberhand, aber tat mir in der schmerzvollen Zeit der Dauermilchstaus sehr gut. Falls hier jemand aus Zürich mitliest, ich habe eine Infrarot-Lampe im Keller rumstehen, schreibt mir, falls ihr die für euer Wochenbett leihen wollt.

#12 Tragehilfe

Eine weitere Erkenntnis, zu der ich erst im Wochenbett mit zweitem Kind kam: Es gibt Tragehilfen, die bereits für Neugeborene geeignet sind. Dazu muss die Tragehilfe aus Tragetuchstoff sein, um Babys natürliche Haltung, die leicht gerundete Wirbelsäule optimal zu stützen. Die 08-15-Tragesysteme, die man in herkömmlichen Baby-Warenhäusern bekommt, eignen sich hierfür nicht. Findig wird man in Shops von Trageberaterinnen. Die kennen sich aus im Universum der Tragehilfen und -tücher. Und bieten nebst Beratungen auch Probepakete, die frau sich bequem nach Hause bestellen kann. Nach dem testen fünf Tragehilfen, entschied ich mit für unsere Emeibaby in Grau. Da jeder Körper und Rücken anders ist, empfehle ich wärmstens eine Trageberatung oder ein Probepaket bei Miriam Sourlier von Gut Betucht zu buchen.

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Wochenbett mit zweitem Kind, 12 Produkte für weniger Stress und mehr Ruhe #Wochenbett als #Mehrfachmama www.chezmamapoule.com

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Transparenz

Dieser Beitrag wird präsentiert von Knorr Schweiz. Vielen Dank für das Vertrauen und die Unterstützung meines Blogs, liebes Knorr-Team! Und für euch, meine lieben Leser*innen: Der Text widerspiegelt – wie immer – meine ehrlichen Meinung und Erfahrungen als Mutter. Der Beitrag war schon zur Hälfte geschrieben, als mich die Knorr-Anfrage erreichte. Ich hätte euch Bouillon mit Haferflocken also so oder so ans Herz gelegt. ;- )

Ellen Girod
Ellen Girod ist eine freie Journalistin und Mutter. Sie fühlt sich geschmeichelt, wenn man sie als "Gluggere" bezeichnet.

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